Metal Guardian – Constantly evolving

Der Metal Guardian und sein Gründer Dirk Schönrock sind Enthusiasten für regionale Bands und Veranstaltungen. Kann man mit klassischen Fanzines die Szene noch adäquat unterstützen?

Woher kam dein Interesse ein Magazin zu machen, um die Berliner und Brandenburger Metalszene zu unterstützen?

Dirk: Berlin und Brandenburg ergibt sich ja aufgrund des regionalen Raums. Ein Printmagazin wiederum bot sich für mich an, da ich in meiner Firma die Möglichkeit habe zu drucken.

Hattest du zuvor bereits redaktionelle Erfahrungen sammeln können?

Dirk: Nein, gar nicht. Wir haben einfach losgelegt und wurden dann glücklicherweise mit jeder Ausgabe besser.

MG_Dirk Schoenrock

Foto: privat

Ihr habt von 2007 bis 2013 Printpublikationen veröffentlicht und seid seitdem nur noch online unterwegs. Warum?

Dirk: Die Kosten sind immer weiter gestiegen. Wir müssen erst mal einen guten Plan entwickeln, das Heft vollständig zu finanzieren, da wir es weiterhin kostenlos zu Verfügung stellen möchten. Außerdem fehlt mir zugegebenermaßen im Print ein wenig die Aktualität.


Möchtest du mehr Beiträge online zur Verfügung stellen?

Dirk: Da habe ich mich noch nicht ganz entschieden. Ich möchte den Online-Bereich unter anderem auf Grund der Aktualität unbedingt gerne ausbauen. Deswegen haben wir auch seit Kurzem einen Online-Shop integriert, aber ich möchte auch das Printheft nicht vergessen. Ich muss nur noch herausfinden, wie ich beides unter einen Hut bringe.

Womit bestückst du den Online-Shop?

Dirk: Zum einen gibt es dort unsere Ausgaben. Zum anderen gibt es CDs, Platten und Shirts regionaler Bands. Wir unterstützen dabei oftmals Bands, die keinen eigenen Labelvertrieb haben. Seit kurzem beziehe ich aber auch Merchandise über den Großhandel. Die Prämisse dabei ist, dass es regionale Sachen sind. So kann man seinen Einkauf gleich gebündelt bei uns angehen und muss nicht die einzelnen Stationen abklappern.

Das finde ich eine schöne Möglichkeit, nicht nur über Bands zu berichten, sondern sie auch aktiv zu unterstützen, damit diese das Geld für den nächsten Gig zusammen bekommen.

Dirk: Auf jeden Fall besser als Pay to play!

Mir ist heute zufälligerweise eine 2008er Ausgabe des Fatal Underground in die Hände gefallen, was einen gewaltigen Seitenumfang hat und wirklich handgemacht gestaltet ist. Das fand ich sehr beeindruckend.

Dirk: Gerade mit Fanzines wie dem Fatal Underground können wir uns gar nicht messen. Wir sind meilenweit entfernt von dem, was sie machen. Was uns zum Beispiel unterscheidet, ist, dass wir ein gedrucktes, maschinell erstelltes Heft anbieten. Aber dieses Herzblut, mit dem andere Macher wie z.B. Leo von Fatal Underground an die Hefte gehen, bewundere ich immer wieder. Dann erscheinen einmal im Jahr über 100 Seiten, die voller Energie stecken.

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Foto: Metal Guardian

 

Gibt es denn weitere Fanzines, die den Schritt in Richtung online gegangen sind oder ist die Szene weiterhin printorientiert?

Dirk: Also ich glaube, die eigentliche Fanzine-Szene wird weiter Printpublikationen machen. Da werden weiter nach Do it your own-Manier zuhause die Seiten ausgedruckt und zusammengeklebt. Es gibt vielleicht eine Webseite, aber mehr auch nicht.

Bei mir ist es, wie gesagt, eher der Anspruch, Aktualität und Information zu ermöglichen. Neuigkeiten sollen schnell an den Mensch gebracht werden. In der MG-Redaktion haben wir dafür etwa vier bis sechs „freie“ Mitarbeiter und einen Stamm von fünf festen Redaktionsmitgliedern. Über zusätzliche Unterstützung freuen wir uns natürlich immer.

Wie schätzt du die Szene in Brandenburg ein?

Dirk: Ich bin kein Szenekenner. Brandenburg mit Berlin zu vergleichen ist auch nicht möglich, da Brandenburg ein Flächenland ist. Man kann also nicht sagen, es gäbe diese eine Szene. Man kann aber in die Städte schauen. Es gibt einige Standorte, die ganz gut laufen: zum Beispiel Frankfurt/Oder oder glücklicherweise wieder die Pestbaracke in Eisenhüttenstadt. In Potsdam gibt es inzwischen zwar wieder eine Szene, sie hat aber immer das Problem der großen Schwester Berlin. Es ist auffällig, dass Potsdamer Veranstaltungen kaum Berliner ziehen.

Gibt es Partnerschaften zwischen den Städten bzw. Institutionen?

Dirk: Die Bands organisieren untereinander einen Gig-Tausch. Dafür sind Bloodline Productions zum Beispiel eine gute Anlaufstelle.

 Hast du regionale Bands, die dich derzeit interessieren?

Dirk: Im letzten Jahr war ich richtig begeistert vom Debut-Album von Maat. Das fand ich hammermäßig. In diesem Jahr bin ich wiederum gespannt auf die neue Platte von Rising Storm. Ich habe Gorilla Monsoon für mich neu entdeckt, auch wenn die Band aus Sachsen-Anhalt ist.

Lieblingskneipe oder -club?

Dirk: Ich versuche regelmäßig den Metal Keller als Veranstaltung im Nil-Klub mitzunehmen.

Interessante Künstler aus der Gegend?

Dirk: Ich finde zum Beispiel die Arbeiten von Ron Schaffer (Gitarrist der Prenzlauer Death Metal-Band Necrosist) ziemlich prägnant.

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Foto: Metal Guardian

Auf welches Erlebnis warst du mal besonders stolz?

Dirk: Ich bin immer sehr stolz, wenn positive Resonanz kommt. Sich mit Kritik auseinanderzusetzen ist natürlich genauso wichtig. Zum Beispiel war die Rückmeldung zum letzten Maat-Interview sehr positiv. Außerdem bin ich immer stolz, wenn ich eine fertige Druckausgabe in den Händen halte.

Weiterhin gutes Gelingen und vielen Dank für das Gespräch!

Hier geht´s zum Metal Guardian-Forum: http://www.metalguardian.de/

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