Pissing_in_the_Mainstream-Party

Pissing in the Mainstream P.A.R.T.Y.- Up for some fun?

Es ist der erste Freitag im Monat und irgendwie sind die coolen Kids nicht auf eurer Standard-Party zu finden? Auf nach Berlin-Friedrichshain: Im Abgedreht-Klub zeigt euch die Pissing in the Mainstream-Party, wie man zu extremer Musik tanzt.

Tobi und Franzi, warum habt ihr 2013 angefangen, die Pissing in the Mainstream (PITM)-Party zu machen?

Franzi: Wir waren große Fans der Stahlwerk-Party im Lime Club. Wir fanden es toll, dass sich dort jede Woche alle Leute trafen. Nachdem die Party vorbei war, geschah aber aus irgendeinem Grund fünf Jahre lang nichts. Ich saß eines Abends mit Jockel zusammen und beschwerte mich darüber, dass niemand einen Ausgleich zu schaffen schien. Der meinte nur: „Na, dann musst du das halt selbst machen!“ Ich war unsicher, ob ich das kann. Aber ich habe Tobi dann einfach gefragt, ob er Lust darauf hätte. Er war sofort dabei.

Tobi: Lustigerweise waren wir zwei Wochen zuvor auf dem Party.San-Festival. Ich traf dort Jakob Kranz, den Macher der Stahlwerk-Parties, und wollte ihn überreden, doch wieder eine Party zu organisieren. Aber er wollte aus unterschiedlichen Gründen nicht. Ich hatte diesen Gedanken also bereits selbst mit mir herumgetragen, bevor Franzi mich ansprach.

Franzi: Ich wusste natürlich vorher schon, dass Tobi ein guter DJ ist. Er war meine erste und einzige Wahl. Hätte er es nicht machen wollen, hätte ich es auch nicht umgesetzt. Er hat anschließend auf meiner Geburtstagsparty aufgelegt und da merkte ich, dass es super passt. Ich war von dem Konzept und uns beiden überzeugt.

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Tobi und Franzi – Foto: Franzi

Was war dein Konzept?

Franzi: Uns war es wichtig, dass die Szene sich regelmäßig zum Austausch auf einer Party treffen kann. Eine Zeit lang gab es auch so gut wie keine Konzerte in Berlin! Das hat sich glücklicherweise gebessert.

Tobi: Als wir 2013 mit der PITM-Party anfingen, kam auch die Szene langsam wieder in Schwung. Gleichzeitig startete der Berlin Death Metal e.V., die Swamp Conspiracy kam kurz danach. Gerade im Death Metal-Bereich war es vorher für ein paar Jahre ziemlich ruhig in Berlin.

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Swamp Conspiracy meets PITM – Foto: Franzi

Franzi: Wir wollten den Underground unterstützen. Unsere Musikauswahl sollte nicht nur aus einem Standard-Slayer-Song, Amon Amarth und AC/DC bestehen, wir wollten kein zweites K17 aufziehen. Im Grunde sollte es die Stahlwerk-Party, nur noch ein bisschen undergroundiger werden. „Pissing in the Mainstream“ von Dying Fetus fanden wir als Namen daher passend!

Tobi: Wir hatten sogar zwischenzeitlich überlegt, den Namen Stahlwerk-Party zu übernehmen, aber uns war klar, dass wir was Eigenes machen müssen. Ich wollte eine gute Mischung der Musik von Berliner Bands wie Requital oder Necromorph mit Bands wie Dying Fetus, Cannibal Corpse und Bathory bieten. Die Stahlwerk-Party war dagegen sogar noch ein bisschen poppiger mit Songs von System Of A Down etc.. Aber das wünscht sich unser Publikum gar nicht unbedingt. Das passt alles gut zusammen!

Franzi: Wir haben sogar festgelegt, welche Songs wir nicht spielen. (lacht.)

Welche sind das?

Franzi: Also Amon Amarth, Finntroll oder AC/DC (Tobi: Wenn, dann nur Titel mit Bon Scott!).

Tobi: Von Manowar spiele ich alles außer „Warriors of the World“.

Gibt es einen Song, den du nicht mehr spielen würdest, wenn du könntest? Aber da er sich immer gewünscht wird, machst du es dann doch?!

Tobi: Das sind drei Songs: Von Kiss kennen die meisten Menschen leider nur „I was made for loving you“, obwohl die so viele bessere Songs haben. Dann kann ich Danzigs „Mother“ nicht mehr hören und „Poison“ von Alice Cooper. Das sind alles coole Songs, aber die Musiker haben so viel mehr zu bieten und kaum einer befasst sich damit.

Franzi: Mir geht es so bei „Davidian“ von Machine Head, den kann ich nicht mehr hören.

Tobi: Aber du musst natürlich darauf achten, was den Leuten gefällt und wie die Stimmung ist. Du versuchst das aufzufangen und die Musik vorauszuplanen. Wenn mir das egal wäre, könnte ich auch zuhause, alleine, nackt vor dem Rechner Musik abspielen. Ich will aber auf das Publikum eingehen. Wenn man versucht, verschiedene Stile wie Glam, Death oder Grind zusammenzubringen, kann es schwieriger sein. Bisher funktioniert es gut.

Abgedreht

Abgedreht-Klub – Foto: Franzi

Warum glaubt ihr, kommen die Leute immer noch, auch wenn das Angebot jetzt größer ist?

Tobi: Ich glaube, es ist die familiäre Atmosphäre. Der Club ist klein. Jeder kann uns ansprechen, wir sind nicht unnahbar. Man weiß, es wird Krach gespielt aber es gibt genauso Nummern zum Tanzen. Einmal im Monat trifft man dort seine Freunde.

Franzi: Der Eintritt ist recht günstig. Das ist in Berlin auch immer ein großes Thema.

Tobi: Der Abgedreht-Klub entpuppte sich als Glücksgriff. Ich hatte dort auf zwei Geburtstagsparties aufgelegt, zu Anfang noch oben über der Menge. Das fand ich aber anstrengend, deswegen mache ich es heute nicht mehr. Wir planten sogar mal den Club zu wechseln und ins Lovelite zu gehen. Das gibt’s heute gar nicht mehr! Wir haben also alles richtig gemacht. (lacht.)

Franzi: Man kennt den Club meistens explizit durch die Pissing-Party. Er ist also nicht vorbelastet.

Tobi: Wir waren, glaube ich, die erste feste Party im Abgedreht-Klub. Wir arbeiten gut mit dem Personal des Abgedrehts zusammen und machen einfach unser Ding. Genau diese DIY-Kultur wollte ich immer. Die Barleute waren vorher Punkpublikum gewöhnt und hatten auch ein paar Vorbehalte gegenüber Metallern. Jetzt finden sie uns super. Wir sind das ruhigste Publikum. Metaller trinken und feiern, es geht auch mal was kaputt, aber es gibt zum Beispiel keine Schlägereien. Das ist den Abgedreht-Leuten ein bisschen ans Herz gewachsen. Da wurden Punk und Metal zusammengeführt.

Abgedreht_Personal

Pissing in the Mainstream – Foto: Franzi

 

Was sind für euch Zutaten für eine gute Party? Was müsst ihr vorfinden, um euch wohlzufühlen?

Franzi: Ich brauche gute Musik und der DJ muss die Stimmung des Publikums einfangen können. Das finde ich total wichtig. (Tobi: Er muss mit sich reden lassen können und nicht nur ein festes Programm abspulen.) Die Leute müssen gut drauf sein.

Tobi: Das stimmt, die Leute müssen entspannt sein. Ich war zuletzt auf ein paar Parties als Gast, wo man merkte, dass die Stimmung irgendwie angespannt war. Da fühlt man sich nicht so wohl. Dazu kommt noch dieses Grüppchen-Verhalten. Das entsteht auf der Pissing-Party nicht so sehr. Eine gute Party ist wie eine Küchenparty, auf der man die Musik laut drehen kann!

Wer ist der perfekte Gast auf eurer Party?

Franzi: Jemand, der einfach vorbeikommt, Bock auf Party hat und andere mitreißt.

Tobi: Ich will nicht Leute als Gast haben, die alles geschenkt haben wollen. Das gibt es in Berlin oft. Die kommen in den Club, der muss voll sein, das Bier muss billig sein und es müssen Mädels und Jungs zum Abgreifen da sein. Solche Menschen wollen wir nicht ansprechen. Wir können nur Werbung machen, den Raum stellen und ich gebe mir Mühe die beste Musik aufzulegen. Aber es ist das Publikum, das selbst Spaß mitbringen muss. Die Leute machen die Party!

Partpublikum - Foto: Franzi

Pissing in the Mainstream – Foto: Franzi

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